Honda K24-Motor (2.4-Liter-Vierzylinder)

Mein E82-Projekt nimmt motorentechnisch eine unerwartete Wendung, die bei vielen puristischen BMW-Fans Kopfschütteln auslösen dürfte: Ich habe mich dazu entschieden, den klassischen N54-Reihensechszylinder gegen einen Honda K24A3-Motor auszutauschen.

Ursprünglich stammt dieser 2.4-Liter-Vierzylinder aus einem Honda Accord Type S (CL9) und leistet dort brave 190 PS. Dass ich diesen Motor in mein BMW-Chassis verpflanze, mag auf den ersten Blick unlogisch erscheinen – doch für mein Ziel, ein kompromissloses Tracktool zu bauen, ist er die perfekte Basis.

Mein Ziel ist ein Gesamtgewicht von deutlich unter 1100 kg. Um das zu erreichen, drehe ich jeden Stein um. Da der K24-Motor „nackt“ gerade einmal 96 kg wiegt, spare ich massiv Gewicht an der Vorderachse ein. Das wird das Einlenkverhalten und die gesamte Balance des Fahrzeugs auf ein völlig neues Level heben.

Neben den Gewichtsvorteilen und der Performance gibt es handfeste, pragmatische Gründe, warum meine Wahl auf diesen Motor gefallen ist:

  • Riesiger Aftermarket: Es gibt weltweit kaum einen Vierzylinder mit einer derart gewaltigen Auswahl an High-End-Komponenten. Ob Ansaugung, interne Schmiedeteile, Trockensumpfkits, Turbokrümmer oder spezifische Getriebeadapter – die Verfügbarkeit von Upgrades ist nahezu grenzenlos.
  • Wirtschaftlichkeit & Einfachheit: Im Vergleich zu komplexen modernen Triebwerken ist der K24 ein herrlich simpler und ehrlicher Motor. Er ist wartungsfreundlich konstruiert und lässt sich mit überschaubarem Aufwand selber überholen. Das macht ihn nicht nur relativ günstig im Unterhalt, sondern zur perfekten Basis für jemanden, der – wie ich – so viel wie möglich mit den eigenen Händen schrauben möchte.
  • Bewährte Zuverlässigkeit: Diese Motoren sind für ihre Robustheit bekannt. In der Kombination mit hochwertigen Aftermarket-Parts entsteht ein Antrieb, dem man auf der Rennstrecke blind vertrauen kann, ohne nach jedem Turn Angst um die Hardware haben zu müssen.

Aktuell nutze ich den K24A3-Motor als „Mockup Engine“, um die Motorlager und die gesamte Peripherie – vom Turbo-Setup bis hin zum DKG-Flansch – präzise im Motorraum einzupassen. Sobald die Konstruktionsphase abgeschlossen ist, wird dieses Aggregat zur Basis für den finalen Rennmotor. Mein Plan ist es, diesen Block für eine standfeste Leistung von 400 bis 500 PS mit folgenden Modifikationen von Grund auf neu aufzubauen:

  • Kompromisslose Innereien: Ich baue den Block komplett mit hochwertigen Schmiedeteilen neu auf, um der Zwangsbeatmung dauerhaft standzuhalten.
  • Das „Frankenstein-Konzept“: Ich kombiniere den drehmomentstarken K24-Block (RAA) mit dem legendären K20-Zylinderkopf (PRA) aus dem Civic Type R (EP3). Diesen baue ich ebenfalls komplett neu auf – inklusive Supertech Inconel-Ventilen, um die hohen Abgastemperaturen im Turbobetrieb sicher zu beherrschen.
  • Maximale Zuverlässigkeit: Damit die Ölversorgung auch bei hohen G-Kräften in den Kurven niemals abreißt, installiere ich eine Trockensumpfschmierung. Ein positiver Nebeneffekt: Der Motor kann dadurch maximal tief im Chassis verbaut werden, was den Schwerpunkt weiter senkt.

Ein besonderes Highlight wird das Drivetrain-Paket: Ich werde den Honda-Motor an das BMW 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (GS7D36SG) flanschen. Diese Kombination soll das Beste aus zwei Welten vereinen – die Drehzahlgier des K24 mit den extrem schnellen Schaltzeiten des DKG. Damit das Ganze perfekt harmoniert, soll eine MaxxECU Race das gesamte Management von Motor und Getriebe übernehmen. Mein Ziel ist eine nahtlose Kommunikation über den CAN-Bus, um maximale Performance und Kontrolle auf dem Track zu garantieren.

Für mich steht die Funktion im Zentrum. Dieser Motorswap ist der Schlüssel, um meine Vision von der perfekten Fahrdynamik zu verwirklichen. Ich verzichte bewusst auf zwei Zylinder, um im Gegenzug ein unschlagbares Leistungsgewicht und ein messerscharfes Handling zu gewinnen. Das Ergebnis wird ein Tracktool sein, das durch radikales Ansprechverhalten und absolute Präzision überzeugt. Und wie sagt man so schön: Lieber vier Fleissige als sechs Faule! 🙂

Ich freue mich riesig auf die unzähligen neuen Herausforderungen, die dieses Projekt mit sich bringt! Anbei einige Bilder des „Mockup Engines“:


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